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Tipps für’s Storytelling und alltägliche Einsatzmöglichkeiten

Den Begriff Storytelling hört man seit einiger Zeit an vielen Ecken. Doch Geschichten werden nicht mehr nur in Büchern, Filmen oder der Werbung erzählt. Sie lassen sich auch mit alltäglichen Situationen im Arbeitsleben verknüpfen und erhöhen Aufmerksamkeit, Konzentration und Lernfähigkeit. Außerdem macht es Spaß, einer Geschichte zuzuhören und das Zuhören wird mit starken, positiven Emotionen verknüpft. Doch erst mal zur Definition. Was ist Storytelling überhaupt?

 

Es geht um Storytelling 

 

Storytelling ist eine Erzählmethode, durch die Wissen weitergegeben wird. Dies passiert entweder mündlich oder schriftlich. Hierbei wird das meist implizite Wissen unterhaltsam, spannend und des Öfteren emotional berührend verpackt zum Beispiel in Form von Metaphern und Symbolen. Die Bedeutung hinter der Geschichte spiegelt dann die Botschaft wider, die der Erzähler vermitteln möchte. Fast immer werden die Zuhörer in die Geschichte eingebunden. Emotionale und visuelle Verknüpfungen erleichtern den Aufnahme- und Speicherprozess im Gehirn.

 

So setzt Du Storytelling effektiv bei alltäglichen Aufgaben ein

 

Eine packende Geschichte zu erzählen bietet sich nicht nur bei Präsentationen an. Diese Erzählmethode eignet sich außerdem hervorragend für kreative Problemlösungen, zur Ideengewinnung, Wissensaufnahme bzw. -vermittlung und, wie erwähnt, um andere Menschen von deinen Ideen zu überzeugen. Beim Storytelling wird jeder abgeholt, es eignet sich also für alle Berufsgruppen.

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Einige dieser Bereiche sind eng miteinander verknüpft. So muss meist der Vortragende seinem Gegenüber zuerst Wissen vermitteln, bevor zur Überzeugungsarbeit angesetzt werden kann. Und häufig entstehen Gründungsideen aus bestehenden Problemen, die gelöst werden.

 

Um ein Problem zu erkennen, eignet sich Storytelling in Form von grob vorgegebenen Rollenspielen oder Anekdoten, die die Beteiligten sich gegenseitig erzählen. Somit wird das Problem in spezifischen Aspekten angefasst. Es geht nicht um abstrakte und allgemeine Formulierungen, sondern um konkrete Alltagssituationen, die ein Problem darstellen.

 

Ist Dir auch schon aufgefallen, dass immer mehr wissenschaftliche Bücher als Geschichte erzählt oder visuell aufbereitet werden? Auch im Bereich Wissensvermittlung, also beispielsweise der Zusammenfassung eines Workshops für nicht Anwesende, bietet sich die Verpackung der Inhalte in eine spannende Form an. 

 

Vor allem aber beim Überzeugen anderer, beispielsweise in Form von einer Präsentation, lohnt es sich, mehr Arbeit in die Art und Weise zu stecken wie der Standpunkt und die Botschaft wirken. Pitches und Prototypen sollten am besten so vorgestellt werden, dass der Zuschauer sich in die Situation versetzen kann. Sie sollte so nah an seinem Alltag dran sein, wie möglich. So wird aus Deinem Willen, etwas zu ändern, schnell auch der Wille Deines Gegenübers.

 

Wichtig bei der Anwendung von Storytelling, egal in welchem Bereich: Fokussiere dich auf den Kernpunkt deiner Aussage und lasse unnötige fachliche Details weg. Verdeutliche deine Aussage durch Visualisierung – ob mit Hilfe von Bildern oder Sprache ist dir überlassen.

 

Ein Beispiel wie Storytelling in der Werbung funktioniert

 

Und wie erzähle ich jetzt eine spannende Geschichte? Gibt es Methoden oder Werkzeuge?

 

Ngoc Minh Luong Creative Learning Space

Ja klar, die gibt es! Unser Dramaturgie und Action Learning Experte Ngoc Minh Luong hat ein paar Tipps parat:

 

„Zuerst einmal müssen wir uns natürlich bewusst sein, dass Storytelling in vielen Fällen mehr Arbeit bedeutet. Bestehende Themen in eine Story umzuwandeln erfordert Kreativität und Umdenken. Deswegen sollte diese Methodik am Besten dann angewandt werden, wenn mehr als nur der reine Inhalt wichtig ist. Vor allem, wenn man in kurzer Zeit überzeugen möchte, bietet sie sich an.

 

Hilfreich ist es, bildhaftes Sprechen zu lernen. Metaphern, Assoziationen und Vergleiche sind hilfreich. Anstatt die Quadratmeterzahl zu nennen, kann man die Größe mit einer bekannten Fläche z.B. einem Fußballfeld vergleichen. Außerdem sollten die Sinne angesprochen werden. An manchen Stellen kann sehr in Details von Geruch, Geschmack oder Haptik gegangen, als auch über Gefühle geredet werden.

 

Neben passenden Adjektiven sind auch aktive Verben wichtig. Die Handlung muss vorangetrieben werden. Und wer sollte handeln? Jede gute Geschichte braucht einen Helden. Das kann man selbst sein, der Kunde oder das Gegenüber. In der klassischen Struktur ist er zuerst inaktiv, zurückhaltend, erkennt dann ein Problem und nimmt dies (meist mit Hilfe) selbst in die Hand.

 

Eine gute Geschichte ist in drei Akte unterteilt. Im ersten ist die Spannung aufsteigend, findet ihre Klimax im zweiten Akt und fällt zum Ende hin ab. Der Höhepunkt befindet sich in der Mitte oder nach 2/3 der Geschichte. So eskaliert die Spannung aber auch Änderungen der Aktionen werden aufgezeigt. Oft wird von einer „heilen Welt“ bzw. der Ursprungsform ausgegangen, dann verändert ein Ereignis die Welt und zum Schluss befindet sich die Welt in einem neuen Zustand. Diese Veränderung und Handlung des Protagonisten ist das A und O der Geschichte.

 

Zusammengefasst: Die wichtigsten Bestandteile einer spannenden Geschichte sind Details, Emotionen und Handlung