Social Learning goes E-Learning

Creative learning space hat eine Mission: wir wollen “Human-centered Learning” schaffen. Im Fokus also stehen Lernsettings, die sich stark am Menschen orientieren. Deshalb beschäftigen wir uns intensiv mit dem Thema Social Learning, das im Bildungsbereich gerade immer mehr Wellen schlägt. Für viele aus der Praxis im Corporte Learning Bereich oder an Hochschulen ist Social Learning aber immer noch ein Fremdwort.

 

Was ist Social Learning?

 

Heruntergebrochen auf das Wesentliche bedeutet Social Learning von und mit anderen zu lernen. Der Effekt dessen geht über ein Lernerlebnis eines Einzelnen hinaus.

Social Learning Aktivitäten finden wir immer häufiger in Formaten wie Kollaborativem Präsenzlernen oder digitalen Communities of Practice. Auch Working out Loud (WOL), das sich gerade vor allem im Human Ressources Bereich etabliert, ist eine Art des Social Learning.

 

Da Deborah, unsere Learning & Research Expertin, auch als Professorin für Personal- und Organisationspsychologie an der Hochschule Fresenius unterwegs ist, können wir immer wieder Forschungsprojekte auf den Weg bringen, die viel diskutierte Buzzwords, Methoden und praxisrelevante Formate auch empirisch unter die Lupe nehmen.
Eben dies haben wir in der aktuellen Studie gemeinsam mit Jessica Schlauer, mittlerweile Specialist Personal- und Organisationsentwicklung bei Thomas Cook, und ehemals Masterandin Psychologie an der Hochschule Fresenius, in Bezug auf das Thema Social Learning getan.

 

Was wollten wir nun genau wissen?

 

Im Kern hat uns vor allem interessiert, durch welche Funktionen Lernende im E-Learning aktiver, motivierter und erfolgreicher lernen.
Unsere Hypothese: Je mehr soziale Elemente wir in einen E-Learning Kurs einbauen und je stärker Lernende dazu angeleitet werden, sich online mit anderen auszutauschen, desto größer ist der Effekt auf die Zufriedenheit, aber auch auf den tatsächlichen Lernerfolg und den Transfer.

 

Was steckt hinter der Hypothese?

 

Viele Menschen bemängeln an E-Learnings, dass diese – vor allem im Vergleich zum Präsenz-Training – unpersönlich, wenig individuell oder gar karg wirken. Hohe Abbruchquoten und mangelnde Motivation sind gängige Probleme bei E-Learnings. Aus psychologischen Lerntheorien heraus wissen wir, dass menschlicher Kontakt in Lernszenarien Bindung und damit auch eine höhere Motivation, Relevanz und mehr Durchhaltevermögen schafft.
Stellt man Lernenden jedoch soziale Austauschmöglichkeiten zur Verfügung, werden diese dennoch häufig nicht genutzt. Deshalb nahmen wir an, dass sozialer Austausch ein fester – und kein optionaler – Bestandteil des Lernprozesses sein muss, der ebenso belohnt wird, wie die Bearbeitung eines Videos. Kurz gesagt: Lernende müssen aktiv dazu angeleitet werden, sich auszutauschen und dafür auch Anreize bekommen.

 

Wie haben wir unsere Hypothese untersucht?

 

Wir haben ein psychologisches Experiment durchgeführt. Teilgenommen haben insgesamt 107 Experten aus dem Bereich Personal und Weiterbildung. Diese wurden in unterschiedliche Gruppen eingeteilt und mehrfach befragt. Um die Effekte von Social Learning auf die Zufriedenheit, Transfermotivation und den Lernerfolg zu untersuchen, bekamen die verschiedenen Gruppen unterschiedliche Kurse, die sie auf der E-Learning Plattform von Creative learning space bearbeiteten. Das Thema des Kurses blieb dabei gleich “Lernsettings gestalten”, ein Kurs über neurologische, psychologische und pädagogische Grundlagen für moderne Lernsettings. Variiert wurden nur die Social Learning Funktionen. In einer Gruppe, konnten sich Lernende beispielsweise freiwillig dazu entscheiden, Teil einer Community of Practice zu werden, in einer anderen Gruppe, bekamen die Lernenden innerhalb einer Lektion eine konkrete Aufgabe, die sich auf den Austausch in der Community of Practice bezog.

 

Welche Ergebnisse haben wir erzielt?

 

Die Studienergebnisse zeigten, dass Teilnehmer, die durch kurze Anleitungen dazu angeregt wurden, sich mit anderen Lernenden auszutauschen, über eine höhere Zufriedenheit, einen höheren Lernerfolg sowie eine höhere Transfermotivation verfügten als Teilnehmer, die sich nicht mit anderen Lernenden ausgetauscht haben. Darüber hinaus konnte gezeigt werden, dass belohnende Lernanreize positiv zur Förderung von Interaktion zwischen den Teilnehmern beitragen können. Je mehr eine Lernumgebung das Gefühl von sozialer Präsenz zwischen den Lernenden unterstützt, desto mehr tauschten sich Teilnehmer auch aus. Kurz um: wird im E-Learning der Fokus eher auf Fakten gelegt, findet auch weniger Kollaboration statt.

 

Unser Fazit

 

Social Learning wirkt und zwar auf allen Ebenen, die wir uns als digitale Lernspezialisten für unsere E-Learnings wünschen. Allerdings braucht Social Learning auch Anleitung, die jedoch mit wenigen einfachen Mitteln umsetzbar ist.

 

Wer Interesse an weiteren Informationen zur Studie und unserer Lernplattform hat oder mit uns in einen tiefergehenden Austausch kommen möchte, kann uns gerne bei unserem Vortrag zum Thema „Social Digital Learning“ auf der Zukunft Personal am 12.09. von 16:30 bis 17:00 Uhr im Forum 5 | Future Stage Digital Learning Experience – Halle 2.2 in Köln besuchen oder via E-Mail mit uns in Kontakt treten. Die Masterarbeit ist über Jessica Schlauer via E-Mail verfügbar.
An dieser Stelle möchten wir uns nochmal ganz herzlich bei allen Teilnehmern für ihre Unterstützung bedanken.